21 - 02 - 2017

Besondere Einsätze

Hier finden Sie einige Einsätze welche uns in der Vergangenheit besonders gefordert haben.

 


 

Einsatz Lederfabrik vom 23.05.2001

Lagerhalle in Flammen

Am 23. Mai 2001 wurde um 02.27 Uhr der erste Zug der  Feuerwehr Stade mit dem Stichwort „unklare Rauchentwicklung, alte Lederfabrik, am Kommandantendeich“ alarmiert.  Das Brandobjekt war eine als Lager für Altkleider, Reifen und Gebrauchtmöbel genutzte 50 x 60 m große Halle.  Sie war um die Jahrhundertwende in Holzständerbauweise errichtet worden.

Beim Eintreffen des ersten Fahrzeuges (LF 16/12/2) war zunächst kein Feuer sondern lediglich eine leichte Rauchentwicklung über dem Hallendach zu sehen. Ein Innenangriff mit einem C-Rohr wurde vorbereitet. Nach dem Öffnen des Hallentores war ein kleines Feuer von ca. 1 m², in ca. 10 m Entfernung zu sehen. Um den eingesetzten Angriffstrupp zu unterstützen schoben drei Führungskräfte einen in der Halle stehenden Lieferwagen durch das  Tor hinaus. Die Halle war durch ca. 3 bis 4 m hohe Trennwände nicht komplett einsehbar. Jedoch bestätigten alle fünf in der Halle eingesetzten Kräfte dass sie keine größere Rauchentwicklung bemerkt haben und die weißen Deckenbalken des Hallendaches gesehen haben.

Gerade als der Angriffstrupp mit der Brandbekämpfung beginnen wollte bemerkten sie schlagartig extreme Hitze und von der Decke tropfendes Bitumen. Als sie den Rückzug antraten senkte sich rasend schnell eine pechschwarze Rauchschicht auf den Hallenboden. Sekunden später gab es eine Durchzündung der gesamten Lagerhalle. Der Angriffstrupp musste die letzten Meter blind laufen und rettete sich buchstäblich in allerletzter Sekunde.

Für einige Minuten brannte aus dem Hallentor eine gigantische Stichflamme die den Angriffstrupp vom Rest der Mannschaft trennte. Nach kurzer Zeit fand sich die Mannschaft wieder und versuchte zunächst ihr teilweise in Flammen stehendes Einsatzfahrzeug zu retten, dies gelang mit einiger Mühe. Allerdings zog sich der Maschinist Verbrennungen an den Händen und Armen zu. Nach kurzem Durchatmen begannen die Einsatzkräfte damit, den Großbrand zu bekämpfen. Die Hitze des Feuers war enorm. Bäume und Grasflächen in der Umgebung standen sofort in Flammen. Selbst Wassergefüllte Schlauchleitungen in 20 m Entfernung waren sofort verbrannt. Den Versuch Schlauchleitungen in unmittelbarer nähe zum Brandobjekt zu verlegen mussten die Feuerwehrfrauen und -männer verzweifelt aufgeben, da die Schläuche umgehend in Flammen aufgingen.

Kurz nach der Durchzündung wurde die Gesamtwehr der Stadt Stade alarmiert. Im weiteren Einsatzverlauf wurde noch ein Großtanklöschfahrzeug mit 7000 l Schaummittel von der Werkfeuerwehr DOW sowie der Gerätewagen Messtechnik hinzugezogen. Insgesamt waren bis zu 183 Feuerwehrleute vor Ort.  Durch die nachrückenden Kräfte wurde eine Wasserversorgung vom nahegelegenen Hafenbecken aufgebaut. Zur Brandbekämpfungen wurden 10 B Rohre sowie diverse Wasserwerfer und C Rohre eingesetzt. Das Feuer war gegen 3:40 h unter Kontrolle. Das Ablöschen der gepressten Altkleiderballen gestaltete sich trotz des Einsatzes von Schaummittel schwierig, so dass sich der Einsatz  über 20 Stunden hinzog. Jedoch musste der erste Zug noch zwei Mal ausrücken, um Nachlöscharbeiten durchzuführen. Am 24.05.01 um 18.05 Uhr war der Einsatz endgültig beendet.

Bei diesem Großbrand wurde 5 Angehörige des Zuges I verletzt. Der Angriffstrupp zog sich glücklicherweise nur leichte Verbrennungen im Hals und Nackenbereichs zu. Der Maschinist konnte nach kurzer ambulanter Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. An dem Löschfahrzeug entstand erheblicher Sachschaden. Es musste mehrere Wochen beim Hersteller in Stand gesetzt werden.

Alle Feuerwehrkräfte hat es im Nachhinein gewundert dass die Durchzündung der Halle ohne die typischen Anzeichen wie pulsierender Quellrauch oder Pfeifgeräusche erfolgte.

Aufgrund der Dramatik der ersten Minuten dieses Einsatzes wird er allen Mitgliedern der Feuerwehr Stade noch lange in Erinnerung bleiben.

 

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Einsatz Bücherei vom 08.03.2003

Großfeuer Stadtbücherei „An der Wassermühle“ 08.03.2003 5:49 h

Ein Zeitungsausträger bemerkte auf seiner morgendlichen Runde eine Rauchentwicklung am Gebäude und setzte einen Notruf ab. Die Leitstelle alarmierte daraufhin beide Züge der Ortswehr Stade.
Bereits auf der Anfahrt bemerkten die Kräfte starken Brandgeruch. An der Einsatzstelle angekommen war schnell klar das es sich um ein größeres Feuer handelte. Menschen waren nicht unmittelbar gefährdet. Allerdings wurden im weiteren Einsatzverlauf einige Anwohner aufgrund des Brandrauches kurzzeitig evakuiert. Zunächst wurden mehrere Trupps mit C-Rohren im Innenangriff eingesetzt. Bei der weiteren Erkundung stellte sich heraus das sich das Feuer bereits vom Erdgeschoss bis in den Dachstuhl ausgebreitet hat. Aufgrund der zunehmenden Rauchentwicklung wurden zügig beiden Drehleitern zum öffnen der Dachhaut eingesetzt.
Da sich nach kurzer Zeit ein hoher Kräfte und Mittelaufwand darstellte entschloss sich die Einsatzleitung die Gesamtwehr der Stadt nachzualarmieren. Im weiteren Einsatzverlauf wurden außerdem der Abrollbehälter Atemschutz, die Messgruppe des Landkreises sowie zur Verpflegung der Einsatzkräfte die Johanniter Unfallhilfe zur Einsatzstelle beordert.
Die Wasserversorgung stellte kein Problem dar, da in einiger Entfernung der „Burggraben“ verläuft und ausreichend Hydranten zur Verfügung standen.  Die eingeleiteten Maßnahmen zeigten nach einiger Zeit Wirkung und das Feuer war unter Kontrolle. Um auch an alle Brandnester zu gelangen wurden mehrere tragbare Leitern in Stellung gebracht um das Dach vollständig abzudecken. Im Dachgeschoss wurden Wände und Decken geöffnet und einige Bereiche mit Wärmebildkamera kontrolliert. Auch diese Arbeiten waren nach einigem Arbeitsaufwand abgeschlossen, so dass bereits die ersten Kräfte entlassen werden konnten. Nach den umfangreichen Aufräumarbeiten an der Brandstelle konnten alle Einsatzkräfte in ihre Wachen zurückkehren.

 

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Einsatz Am Schwingedeich vom 05.10.2003

Am Abend des 5. Oktober 2003 wurden um 21:54 h beide Züge der Ortswehr Stade mit der Durchsage: „Starker Feuerschein am Kommandantendeich“ alarmiert. Bei vielen wurden sofort Erinnerungen an das Feuer der Lederfabrik 2001 wach.
Auf der Anfahrt war bereits Feuerschein und starker Funkenflug zu sehen. Direkt hinter der alten Lederfabrik war eine 20 mal 40 m große Halle eines Autoverwerters in Brand geraten. Teilweise drangen schon hohe Flammen aus dem in Holzbauweise errichtetem Gebäude.  Da in der Wohnung im Obergeschoss der Halle noch eine Person vermutet wurde, begab sich trotz der massiven Brandausbreitung im Hallenbereich ein Trupp über Steckleiter in die Wohnung. Die Suche wurde nach kurzer Zeit ergebnislos abgebrochen.  Der Versuch im Erdgeschoss ein Hallentor zu öffnen umso besser an den Brandherd heranzukommen musste aufgrund der großen Hitze bereits nach wenigen Sekunden abgebrochen werden.
Die Einsatzkräfte mussten sich jetzt auf Schadensbegrenzung beschränken denn aufgrund seiner Bauweise breitete sich das Feuer rasend schnell im gesamten Gebäude aus, so dass es innerhalb weniger Minuten vollständig in Flammen aufging. Mit C und B Rohren, sowie einiger Wasserwerfer wurde ein übergreifen des Feuers auf die auf dem Gelände abgestellten PKW verhindert. In der Zwischenzeit war die Gesamtwehr der Stadt Stade alarmiert worden so das ausreichend Kräfte und Atemschutzgeräteträger vor Ort waren. Außerdem standen zwei Rettungswagen vom DRK und der Johanniter Unfallhilfe zur Absicherung der Einsatzkräfte bereit. Zur Sicherheit der Einsatzkräfte und der Bevölkerung ließ die Einsatzleitung auch die Messgruppe der Kreisfeuerwehr anrücken. Die im Einsatzverlauf durchgeführten Messungen ergaben jedoch keinerlei besondere Gefährdung. Es wurden lediglich die für ein Feuer normalen Brandgase nachgewiesen.
Während des rasanten Abbrandes des Gebäudes verletzte sich ein Feuerwehrmann. Er erlitt durch die enorme Hitzestrahlung Verbrennungen am Arm. Nach kurzer Behandlung konnte er jedoch wieder an den Löscharbeiten teilnehmen.  Da inzwischen mit mehreren hundert Metern Schlauch eine kräftige Wasserversorgung aufgebaut war konnte das Feuer zügig unter Kontrolle gebracht werden. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich jedoch in dem zum teil eingestürztem Gebäude schwierig. Ein Bagger wurde zum unterstützen der unter schwerem Atemschutz vorgehenden Feuerwehrkräfte eingesetzt.
Gegen 7:00 h morgens waren alle Brandnester gelöscht und das aufräumen an der Einsatzstelle konnte beginnen. Gegen 8:00 Uhr war der Einsatz für die völlig erschöpften Feuerwehrleute vorbei.

 

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Einsatz Recyclingzentrum Stade vom 29.05.05

Am Sonntag den 29.05.2005 um 12.32 Uhr wurde der Zug I und Zug II zu einem Feuer auf dem Gelände eines Recyclingzentrums im Industriegebiet Süd alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war eine heftige Rauchwolke bis weit über die Stadtgrenzen zu sehen. Sofort wurde die Alarmstufe erhöht. Es wurde umgehend die gesamte Stadtwehr alarmiert sowie die Messgruppe, die Schlauchwagen und der Kreisbrandmeister. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte standen mehrere große Abfallballen auf dem Außengelände der Firma in Vollbrand. Aufgrund eines nahe liegenden Teiches sowie diversen Wasserentnahmestellen stellte die Wasserversorgung über die Dauer keine Probleme dar. Doch bevor die Leitungen lagen wurden mehrere Löschgruppenfahrzeuge und Tanklöschfahrzeuge nachalarmiert, welche die Wasserversorgung sicherstellten. In der Zwischenzeit liefen erste Löschversuche um das Feuer einzugrenzen. Zur Vorsorge wurden der Schaumzug, der Atemschutzcontainer und der Versorgungszug des DRK`s alarmiert. Mit etlichen Wasserwerfern und Strahlrohren konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Um das Feuer besser bekämpfen zu können entschied man sich dazu Netzwasser einzusetzen. (Gemisch aus Wasser und Schaummittel) Die Messgruppe entnahm immer wieder Wasserproben und Luftproben um auf eventuelle Risiken zu hinzuweisen. Aufgrund der hohen Temperaturen (30° Außentemperatur) war ein massvier Personaltausch erforderlich was zu Folge hatte das teilweise an die 300 Einsatzkräfte von verschiedenen Organisationen am Einsatzort waren.  Gegen 22.30 Uhr war das Feuer so gut wie bekämpft. Da der Zug I und II Personell erschöpft war wurde die Feuerwehr Bützfleth zur Brandsicherheitswache in der Nacht nochmals alarmiert. In der Folgetagen und Wochen wurden immer wieder Temperaturmessungen der Brandlast gemacht da die Gefahr eines Wiederentzündens bestand.

 

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