21 - 09 - 2017

05.12.2013 - 06.12.2013 - Orkan Xaver

Einsatzdetails
Datum 05.12.2013 - 06.12.2013
Uhrzeit Do 14.38 - Fr 17.00
Art Hilfeleistung, Einsatz überörtlich
Einsatzkräfte Zug 1, Zug 2
  
Einsatzbericht

Orkan "Xaver" sorgte auch in der Hansestadt Stade für eine Vielzahl an Einsätzen für die Ortsfeuerwehr Stade. Innerhalb von knapp 24 Stunden mussten 90 Einsatzstellen abgearbeitet werden. Nach Übermittlung der verschiedenen Einsatzstellen durch die Leitstelle wurden diese zunächst in der Hauptfeuerwache in der Hansestraße gesammelt und von hier aus für eine effektive Abarbeitung an die einzelnen Einsatzfahrzeuge koordiniert.

Orkan "Xaver" entwurzelte hauptsächlich Bäume oder brach Äste ab, aber auch abgedeckte Dächer und vollgelaufene Keller zählten zu den Einsatzlagen im Stadtgebiet. 

Die erste Einsatzstelle lag in Stadersand. Hier wurden die Deichtore aufgrund der erwarteten Sturmflut vorsorglich mit Hilfe der Seilwinde des Rüstwagens geschlossen. Im späteren Verlauf zeigte sich, dass dieses tatsächlich nötig war, da das Hochwasser zeitweilig circa 1m hoch an den Deichtoren stand.

Bis zum späten Donnerstagabend gegen 21 Uhr blieb es zunächst vergleichsweise ruhig und es mussten nur vereinzelte Einsatzstellen abgearbeitet werden. Anschließend nahm die Windstärke allerdings noch einmal zu und die Einsatzkräfte waren zunächst bis circa 3 Uhr in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Einsatz. Im weiteren Verlauf der Nacht nahm die Windstärke zunächst wieder etwas ab, aber nur kurz, denn bereits ab circa 5:30 Uhr am Freitagmorgen setzten die Orkanböen wieder ein und die Feuerwehr Stade wurde zu den nächsten Einsätzen alarmiert.

Gegen 9:30 Uhr wurde die Feuerwehr Stade vom Betreiber der Bahnverbindung Stade - Cuxhaven um Hilfe gebeten. Die Bahnstrecke Stade - Cuxhaven war durch mehrere umgestürzte Bäume versperrt und sollte freigeräumt werden. Mit zwei Kettensägen ausgerüstet wartete eine Gruppe von Feuerwehrleuten am Stader Bahnhof auf die Abholung durch den Metronom, welcher die Kontrollfahrt Richtung Cuxhaven aufnehmen sollte. Der Metronom fuhr mit langsamer Geschwindigkeit Richtung Cuxhaven und stoppte vor Hindernissen, welche die Schienen versperrten. Nach Beseitigung der Bäume setzte der Metronom seine Kontrollfahrt zusammen mit den Feuerwehrleuten fort. Bis zum Bahnhof Himmelpforten wurden insgesamt sechs Einsatzstellen durch die Feuerwehr abgearbeitet. Aus Richtung Cuxhaven kommend fuhr im Himmelpfortener Bahnhof ein weiterer Metronom ein. Dieser war mit Feuerwehrleuten aus Cuxhaven besetzt, die ebenfalls bei der Räumung der Strecke unterstützen sollten. Auf der Verbindungsstrecke Cuxhaven - Himmelpforten lagen allerdings keine Hindernisse auf den Gleisen, so dass die Cuxhavener Kameraden hier nicht eingreifen brauchten. Im Himmelpfortener Bahnhof stiegen die Stader Feuerwehrleute anschließend in den aus Cuxhaven kommenden Metronom und fuhren zurück Richtung Bahnhof Stade. Fahrgäste befanden sich während dieser Sperrfahrt nicht im Metronom. 

Auch überörtlich kam es zu Einsätzen für die Ortsfeuerwehr Stade, da zum Beispiel in Wedel (Fredenbeck), Ahlerstedt und Groß Sterneberg eine Drehleiter angefordert wurde.

Bis circa 17 Uhr am Freitagnachmittag waren dann auch die letzten sturmbedingten Einsätze abgearbeitet und die Feuerwehr Stade konnte wieder einrücken.

Die letzte Einsatzstelle lag wie anfangs in Stadersand. Hier wurden nach Rückgang der Flut die Deichtore Richtung Stadersand am späten Freitagabend wieder geöffnet.

Erschwert wurden die Einsatzlagen zusätzlich durch ständig wechselndes Wetter. Von starken Regenfällen über Hagel bis hin zu Schneeschauern bei eisigen Temperaturen war beinahe alles vertreten.

Im Verlaufe der Unwetterfront kam es teilweise zu hohen Sachschäden, verletzt wurde glücklicherweise niemand.


Kurze Auszüge zu einigen angefallenen Einsätzen:

  • Bundesstraße 73 - diverse Bäume auf der Fahrbahn und dem Radweg
  • Dankersstraße - Baum auf Gehweg
  • Dankersstraße - Droht Baum zu fallen - Baum vorsorglich gefällt
  • Haddorfer Wald -  Baum über Straße - hier drohten weitere Bäume umzustürzen, weswegen ein Eingreifen für die Feuerwehr zu gefährlich gewesen wäre und der Bereich somit großräumig abgesperrt wurde
  • Haddorfer Hauptstraße - Baum auf Haus
  • Schiffertorstraße - circa 20m hoher und 1m dicker Baum war umgestürzt und blockierte die Einfahrt zum Wohnmobil Stellplatz - Einsatzstelle wurde abgesperrt und an die Kommunalen Betriebe Stade übergeben
  • Stader Elbstraße - Keller und Gartenfläche aufgrund des hohen Wasserstandes der Sturmflut voll Wasser gelaufen - Abpumpen des Wassers durch Tauchpumpe und Hochleistungspumpe - Unterstützung durch das THW Stade
  • Stader Elbstraße - Wasser im Keller der Wasserschutzpolizei - Keller mit mehreren Tauchpumpen leergepumpt
  • Stader Elbstraße - voller Propangastank aufgeschwemmt - Tank mittels Leinen gegen weitere Bewegungen gesichert - Fachberater Umwelt der Kreisfeuerwehr vor Ort - Einsatzstelle an Fachfirma für "Entschärfung" des Gastanks übergeben
  • Freiburger Straße - circa 3m² großes Teil eines Daches lose - lose Teile wurden durch die Feuerwehr entfernt
  • Bremervörder Straße - diverse lose Dachziegel wurden durch die Feuerwehr entfernt
  • Bremervörder Straße - droht Tanne auf Haus zu fallen - Tanne wurde auf circa 7m eingekürzt
  • Angelnstraße - circa 1/3 des Daches eines Mehrfamilienhauses durch Sturm abgedeckt - lose Dachziegel wurden durch die Feuerwehr entfernt



Fotos von diversen Einsatzstellen können in der Bildergalerie angesehen werden:

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Bilder
20131205_Orkan_Xaver_18
Drehleiter an der Einsatzstelle
           
  
Bilder und Text: Feuerwehr Stade