25 - 06 - 2017

Bevor es brennt

Bevor es bei Ihnen brennt

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Schlafstörungen? Ohne Rauchmelder kein Wunder!

Warum der Verzicht auf Rauchmelder unverantwortlich ist und worauf Sie bei Kauf und Installation achten sollten.

In Niedersachsen ist der Einbau von Rauchmeldern in privaten Haushalten zum aktuellen Zeitpunkt nicht gesetzlich vorgeschrieben. Leider!

Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 800 Menschen an den Folgen eines Brandes. Also etwa 12 Tote pro Jahr und Millionen Einwohnern bzw. zwei Menschen pro Tag. Zum Vergleich: Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 850.000 Menschen. Hiervon ca.vier Prozent (entspricht etwa 34.000 Menschen) an unnatürlichen Todesursachen und etwa ein Viertel von diesen (8.000 Menschen) sterben im Straßenverkehr.

Dies ist für Sie noch kein Grund einen Rauchmelder bei Ihnen zu Hause zu installieren? Über 80 Prozent der Brandtoten, also ca. 640 Menschen, sind in einem privaten Haushalt gestorben. Von diesen 640 Menschen sind wiederum über 50 Prozent, also ca. 320 Menschen, in den Abend- und Nachtstunden gestorben.

Nun könnten Sie behaupten: „Die Chance, dass ich, während ich schlafe, wegen eines Brandes sterbe, liegt ja nur bei 1 zu 2500.“ Richtig. Aber warum Spielen Sie dann Lotto, wenn die Chance auf sechs Richtige doch nur bei etwa 1 zu 14 Millionen und die Chance auf den Jackpot gar nur bei etwa 1 zu 140 Millionen liegt?

„Aber ich wache ja auf, wenn es bei mir brennt und sonst wecken mich meine Nachbarn oder mein Haustier. Ausserdem kann es bei mir nicht brennen, denn ich passe ja auf.“ Falsch! Die meisten Brandtoten sind kein Opfer der Flammen, sonder Opfer des Brandrauchs geworden. Brandrauch enthält verschiedene Atemgifte in hoher Konzentration. Besonders das geruchlose Gas Kohlenstoffmonoxid (CO), das eine erstickende Wirkung hat, ist für den Menschen gefährlich. Bereits ein Atemzug im Brandrauch kann tödlich sein. Zudem breitet sich Brandrauch deutlich schneller aus, als die Flammen. Fakt ist: Sie können sterben, ohne das Feuer bemerkt zu haben und das lange bevor Flammen ihr Schlafzimmer erreicht haben. Sie müssen nicht einmal Schuld an dem Brand sein, denn auch wenn Sie aufpassen, können Sie wegen eines technischen Defekts oder eines fahrlässigen Nachbarn völlig unverschuldet zu Tode kommen.

Als Mindestschutz sollten Sie einen Rauchmelder pro Etage im Flur installieren. Für einen erweiterten Schutz empfehlen wir die zusätzliche Installation von Rauchmeldern in Kinder- und Schlafzimmern, Hobbyräumen, Küchen mit Dunstabzug und auf Dachböden. Grundsätzlich werden Rauchmelder an der Decke in der Mitte des Raumes installiert. Achten Sie aber bitte immer auch auf die Installationshinweise des Herstellers.

Übrigens: Ein Rauchmelder hat in etwa den Durchmesser einer CD und eine Höhe von ca. 5 Zentimetern. Einige Hersteller bieten Rauchmelder sogar in verschiedenen Dekors (z.B. Holz) an, so dass der Rauchmelder selbst an vertäfelten Decken unauffällig bleibt.

„Worauf sollte ich beim Kauf achten und was kosten Rauchmelder?“ Kaufen Sie nur Rauchmelder, die die Prüfzeichen „VdS“ (VdS Schadenverhütung) und „CE“ (Mindestanforderungen der EG-Richtlinien sind erfüllt) aufweisen. Gute Rauchmelder können Sie bereits ab 10 Euro im Elektrofachhandel, bei Sicherheitsunternehmen, Brandschutzfirmen oder im Handel erwerben. Wir empfehlen Ihnen jedoch etwas mehr Geld in Ihre Sicherheit zu investieren und vernetzbare Rauchmelder zu kaufen. Diese Geräte sind ab ca. 20 Euro zu bekommen, kosten aber meist um die 50 Euro pro Stück. Vernetzbare Rauchmelder haben einen wesentlichen Vorteil: Bricht z.B. in Ihrem Hobbyraum im Keller ein Feuer aus, fängt nicht nur der Rauchmelder im Hobbyraum an zu piepen. Dieser sendet zusätzlich ein Signal an alle anderen vernetzten Rauchmelder, so dass auch diese piepen. Sie haben hierdurch zum einen deutlich mehr Zeit sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen und zum anderen können die Sachschäden durch eine frühere Alarmierung der Feuerwehr geringer gehalten werden. Lassen Sie sich beim Kauf auch vom Fachhändler beraten.

Übrigens: Qualitativ hochwertige Rauchmelder losen nicht aus, wenn Sie in Ihrer Wohnung rauchen (ausser die Zigarette wird direkt unter den Rauchmelder gehalten). Aber bei knapp einem Drittel aller Brandtoten war das Rauchen die Brandursache. Bei alkoholisierten Bewohnern war das Rauchen in über 50 Prozent der Brände mit Todesfolge die Brandursache.

Der Verzicht auf Rauchmelder ist also absolut unverantwortlich - Rauchmelder retten Leben!


Quellen:

  • Skriptum zur Vorlesung „Grundlagen der Gefahrenabwehr“ von Dr. Ing. Holger de Vries im Wintersemester 2006/2007 , Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Studiengang Rescue Engineering
  • VdS Schadenverhütung GmbH
  • Studie: „Establishing a relationship between alcohol and casual ties of fire“ von der „Federal Emergency Management Agency“
  • rauchmelder-lebensretter.de
Feuerlöscher - Warum ein Kilo nicht gleich ein Kilo ist

Warum bei Pulver-Feuerlöschern ein Kilo nicht gleich ein Kilo sein muss und warum auch Sie einen Feuerlöscher zu Hause haben sollten.

Wurde Ihnen die Scherzfrage: „Was ist schwerer - ein Kilogramm Blei oder ein Kilogramm Federn?“ schonmal gestellt? Wahrscheinlich haben auch Sie zunächst wie aus der Pistole geschossen „Ein Kilo Blei natürlich!“ gesagt und sich daraufhin belehren lassen müssen, dass ein Kilogramm Blei genauso schwer ist wie ein Kilogramm Federn.

Bei Feuerlöschern stimmt die Aussage: „Ein Kilo ist ein Kilo.“ aber nur bedingt. Warum dies so ist und was Sie über Feuerlöscher wissen sollten, soll im folgenden Beitrag dargestellt werden.

„Brauche ich zu Hause einen Feuerlöscher?“ Ein Großteil der späteren Zimmer- und Wohnungsbrände wird frühzeitig durch Bewohner entdeckt. In dieser so genannten Entstehungsphase sind die meisten Brände, auch durch Laien, relativ gut durch den Einsatz von Feuerlöschern zu löschen oder zumindest einzudämmen. Ohne den Einsatz von Feuerlöschern, hat sich oftmals aus dem Entstehungsbrand bis zum Eintreffen der Feuerwehr, auch wenn dies nur wenige Minuten dauert, ein ausgedehnter Zimmer- bzw. Wohnungsbrand entwickelt. Die Antwort auf die vorangegangene Frage kann also nur heißen: In jeder Wohnung sollte mindestens ein Feuerlöscher vorhanden sein. Der Standpunkt eines Feuerlöschers sollte gut zugänglich und jedem Hausbewohner bekannt sein.Beachten Sie bitte den folgenden Grundsatz: Auch wenn Sie einen Feuerlöscher besitzen: Bei einem Brand sollten Sie immer und frühzeitig die Feuerwehr rufen. Brechen Sie Löschversuche ab, wenn Sie sich dabei in Gefahr bringen müssen.

„Welcher Feuerlöscher ist der richtige für mich?“ Um die Antwort vorweg zu nehmen: Jeder Brand ist unterschiedlich. Folglich eignet sich in bestimmten Situationen der eine Feuerlöscher besser als ein anderer. Ein „Universalfeuerlöscher“ für jeden Brand existiert also nicht. Um Ihnen die Entscheidung, welcher Feuerlöscher der richtige für Sie ist, zu erleichtern, haben wir Ihnen hier einige Informationen zusammengestellt:

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen Pulver-Feuerlöschern, Wasser-Feuerlöschern, Schaum-Feuerlöschern und Kohlenstoffdioxid-Feuerlöschern. Desweiteren gibt es sogenannte Feuerlöschdecken.

  • Pulver-Feuerlöscher: Der größte Vorteil des Löschmittels Pulver liegt in seiner vielfältigen einsetzbarkeit. Mit Universalpulver können Brände der Brandklassen A (feste Stoffe), B (flüssige oder flüssig werdende Stoffe) und C (Gase) bekämpft werden. Pulver wirkt antikatalytisch, d.h. es greift in den chemischen Verbrennungsprozess ein. Der Nachteil von Pulverlöschern besteht in den Rückständen. Das feine Pulver schlägt sich überall nieder und muss nach einem Brand entfernt werden.
  • Wasser-Feuerlöscher: Das Löschmittel Wasser eignet sich grundsätzlich nur zur Bekämpfung von Bränden der Brandklasse A (feste Stoffe). Dies ist der größte Nachteil von Wasser-Feuerlöschern. Zudem darf Wasser niemals bei Fett- oder Speiseölbräden in der Küche eingesetzt werden (Gefahr der sog. Fettexplosion). Ansonsten ist Wasser ein hervorragendes Löschmittel, denn Wasser hat ein außerordentlich hohes Wärmebindungsvermögen. Es wirkt also abkühlend.
  • Schaum-Feuerlöscher: Schaum ist ein sehr gutes Löschmittel für die Brandklassen A (feste Stoffe) und B (flüssige und flüssig werdende Stoffe). Schaum hat eine erstickende und eine kühlende Löschwirkung. Der Schaumteppich bildet einen hervorragenden Rückzündungsschutz.
  • Kohlenstoffdioxid-Feuerlöscher: Das Löschmittel Kohlenstoffdioxid oder auch Kohlendioxid eignet sich zur Brandbekämpfung bei Bränden der Klasse B (flüssige und flüssig werdende Stoffe) und in elektrischen Anlagen bzw. im EDV Bereich. Kohlenstoffdioxid hat eine erstickende Löschwirkung. Mit Kohlenstoffdioxid kann absolut Rückstandsfrei gelöscht werden, was der größte Vorteil dieses Löschmittels ist.
  • Feuerlöschdecken: Feuerlöschdecken sind einfach in der Handhabung, langfristig lagerfähig und umweltfeundlich. Sie dienen zum Ablöschen von brennenden Personen und trockenen Bränden. Feuerlöschdecken können auch zur Bekämpfung von Speiseöl-, Fett- und Fritteusenbränden eingesetzt werden. Hierbei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die Feuerlöschdecke die Norm DIN EN 1869 erfüllt.
  • Brandklasse F: Brände von Speiseölen und Speisefetten fallen in die Brandklasse F. Für diese Brände gibt es zum einen spezielle Feuerlöscher und zum anderen sog. Haushaltslöscher, die meist die Brandklassen A (feste Stoffe), B (flüssige und flüssig werdende Stoffe) und F abdecken. Auch Feuerlöschdecken, die die Norm DIN EN 1869 erfüllen, können zur Brandbekämpfung bei Bränden der Brandklasse F eingesetzt werden.
  • Löschleistung von Feuerlöschern: Besonders bei Pulverlöschern sollte bei der Beschaffung auf die Löschleistung geachtet werden. Auf dem Feuerlöscher ist die sog. Leistungsklasse, eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben, abgedruckt. So findet man auf einem 12 kg Pulver-Feuerlöscher z.B. die Angabe 21A / 113B / C. Dies bedeutet, dass mit dem Feuerlöscher ein Normholzstoß (Brandklasse A) von 2,1 Meter Länge nach einer Vorbrenndauer von acht Minuten gelöscht werden kann. Alternativ könnte man mit diesem Feuerlöscher eine Wanne mit 113 Liter Gemisch aus einem Drittel Wasser und zwei Dritteln Heptan (Brandklasse B), gelöscht werden. Mit einem 6 kg Pulver-Feuerlöscher mit der gleichen Leistungsklasse können die oben genannten Brände ebenfalls gelöscht werden. 1 Kilo ist also nicht gleich 1 Kilo. Um Ihnen eine kleine Orientierungshilfe zu geben: In Discountern oder Baumärkten werden oft 6 kg Pulver-Feuerlöscher mit der Leistungsklasse 21A / 113B / C angeboten. Gute Feuerlöscher haben eine Löschleistung von 43A / 183B / C (4,3 Meter Normholzstoß oder 183 Liter Heptan-Wasser-Gemisch) sehr gute gar eine Löschleistung von 55A / 233B / C.

„Worauf muss ich beim Einsatz eines Feuerlöschers achten?“ Die Bedienung von Feuerlöschern ist in der Regel intuitiv und somit einfach. Es gibt aber einige Punkte, die Sie beim Einsatz eines Feuerlöschers unbedingt beachten sollten:

  • Löschen Sie immer mit dem Wind.
  • Löschen Sie von vorne nach hinten und von unten nach oben. (Ausnahme: Tropfbrände)
  • Setzen Sie nur soviel Löschmittel ein, wie zur erfolgreichen Brandbekämpfung nötig ist.
  • Halten Sie Löschmittelreserven für evtl. Rückzündungen bereit.
  • Wenn möglich: Setzen Sie mehrere Feuerlöscher immer gleichzeitig und nicht nacheinander ein.
  • Achten Sie bei Flüssigkeitsbränden darauf das Löschmittel in einem möglichst flachem Winkel auszubringen.
  • Stellen Sie entsicherte Feuerlöscher niemals wieder an Ihren Bestimmungsort zurück. Die Löscher müssen durch eine Fachfirma aufbereitet werden.

„Was kostet ein Feuerlöscher?“ Die Preisspanne bei Feuerlöschern ist immens. Sie bekommen Feuerlöscher z.B. beim Discounter oder im Baumarkt schon ab 20 Euro.  Sehr gute Geräte können auch mehrere Hundert Euro kosten. Feuerlöschdecken mit einer Zulassung für Speiseöl- und Speisefettbrände können Sie für etwa 30 Euro erwerben. Letztendlich entscheidet das persönliche Sicherheitsbedürfnis und natürlich auch der Zustand des eigenen Portemonnaies.

Als Mindestschutz empfehlen wir Ihnen einen Feuerlöscher für die Brandklasse A (feste Stoffe) in Kombination mit einer Feuerlöschdecke nach DIN EN 1869. Ein sog. Haushaltslöscher für die Brandklassen A (feste Stoffe), B (flüssige und flüssig werdende Stoffe) und F (Speiseöl und Speisefett) bietet etwa den gleichen Schutz. Auf jeden Fall sollten Sie sich im Fachhandel beraten lassen, welche(r) Feuerlöscher für Sie passend ist/sind.

Quellen:

  • Feuerwehrmagazin, Ausgabe Oktober 2006, Ebner Verlag GmbH & Co KG
  • Internetauftritt der Firma Gloria GmbH
Brandschutzerziehung für Kinder

Damit es im Ernstfall klappt.

"Warum ist eine Brandschutzerziehung für Kinder wichtig und was sollten Kinder hierbei lernen?" Die Brandschutzerziehung für Kinder ist sehr wichtig, denn hierbei lernen sie, wie sie sich und andere im Falle eines Brandes in Sicherheit bringen können und wie ein Notruf richtig abgesetzt wird. Viele Eltern verstehen nicht, warum Kinder lernen müssen, wie sie im Ernstfall richtig reagieren. Das Verlassen der eigenen vier Wände ist doch ganz einfach. Stimmt, für einen Erwachsenen oder einenJugendlichen schon. Ein Brand löst eine Angstreaktion aus. Gerade bei kleineren Kinder führt diese Angstreaktion aber leider zu einem unerwünschten Verhalten. Die Kinder verstecken sich. Genau wie ein Kleinkind, dass sich beim Anblick eines Fremden in den schützenden Armen eines Elternteils versteckt, vertecken sich viele Kinder bei einem Brand unter Betten, Tischen und Stühlen oder in Schränken. Bei der Brandschutzerziehung wird Ihrem Kind beigebracht, wie es sich im Brandfall verhalten sollte und wie es dazu beitragen kann, dass es erst garnicht zu einem Brand kommt. Zudem lernen die Kinder das korrekte Absetzen eines Notrufs.

"Wie setzt man denn einen Notruf richtig ab?" Es fängt bereits damit an, dass die richtige Telefonnummer gewählt werden muss. Wird der Rettungsdienst oder die Feuerwehr benötigt, muss die Notrufnummer 112 gewählt werden. Aber auch wenn die Polizei, die eigentlich unter der Notrufnummer 110 zu erreichen ist, benötigt wird,wird Ihnen unter der 112 geholfen. Nachdem sich ein sog. Leitstellendisponent mit "Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst" gemeldet hat, gilt es die fünf großen W´s zu nennen:

  • WAS ist passiert?
  • WO ist es passiert?
  • WIEVIELE Verletzte gibt es?
  • WELCHE Verletzungen sind erkennbar?
  • WARTEN auf Rückfragen.

Wir bieten eine Brandschutzerziehung für Kinder an. Sie erreichen uns über das Kontakformular.